Industrie-PC – unentbehrlicher Helfer

Industrie-PC - unentbehrlicher Helfer Die erste Frage muss ganz eindeutig lauten „Was genau ist ein Industrie-PC?“ Richtig, sie werden im Industrie-Bereich eingesetzt. Sie müssen also zum einen eine möglichst hohe Rechnerleistung erbringen. Viel wichtiger ist aber der zweite Punkt, den sie ebenfalls souverän erfüllen müssen. Die Industrie-PC’s finden ihren Platz direkt in der Fertigungshalle. Daher ist es zwingend notwendig, dass sie robust sind und auch wenig anfällig für Schmutz. Ein normaler PC kann da nicht mithalten. Viel zu schnell würde er verschmutzen und Stück für Stück an Rechenleistung einbüßen. Es müssen also besondere PC’s konstruiert werden, die allen Anforderungen gerecht werden.

Diese Anforderungen muss ein Industrie-PC erfüllen

Ja, korrekt – der Industrie-PC wird genau dort aufgestellt, wo er benötigt wird. Die Umgebung ist egal. Auch ist es unerheblich, ob er dabei Staub, Feuchtigkeit oder andere Elemente in der Raumluft befinden. So werden sie für die unterschiedlichen Anforderungen speziell gebaut. Welchen Schutz er dabei erhält, ist bei den heute angebotenen Industrie-PC’s mit der IP-Schutzklasse angegeben. Doch auch die bewährten Schutzklassen reichen nicht immer aus. In diesen Fällen wird der Industrie-PC mittels einer Kapselung, die speziell für ihn bzw. seinen Einsatzort geschaffen wird, geschützt. Nicht selten müssen die PC’s, die ja notwendigerweise unter allen Umständen funktionsfähig sein müssen, auch gegen Feuer, Explosionen, aber auch elektromagnetische Strahlung oder andere Strahlungen geschützt werden. Es wird erkennbar, dass kein Industrie-PC dem anderen gleicht. Jeder wird an die Anforderungen, die seine Umgebung aufgibt, angepasst.

Welche Schutzklassen werden für welchen Zweck notwendig?

Schaut man sich nach einem guten Industrie-PC um, so wird man feststellen, dass viele Anbieter mit den IP-Schutzklassen für ihre Industrie-PC’s werben. Was so einfach ausschaut, ist es aber gar nicht. Denn die meisten PC’s benötigen nicht nur eine einzige Schutzklasse. Und nicht immer sind die passenden miteinander kombiniert. Schauen wir uns die einzelnen IP-Schutzklassen einmal an. Sie werden nach DIN EN 60529 klassifiziert.
  • IP 20 = abgedeckt
  • IP 21 = tropfwassergeschützt
  • IP 23 = sprühwassergeschützt
  • IP 40 = fremdkörpergeschützt
  • IP 43 = fremdkörper- und sprühwassergeschützt
  • IP 44 = fremdkörper- und spritzwassergeschützt
  • IP 50 = staubgeschützt
  • IP 54 = staub- und spritzwassergeschützt
  • IP 55 = staub- und strahlwassergeschützt
  • IP 56 = staubgeschützt und wasserdicht
  • IP 65 = staubdicht und strahlwassergeschützt
  • IP 67 = staub- und wasserdicht
  • IP 68 = staub- und druckwasserdicht


Wann wird welcher Schutz benötigt?

Nein, die IP-Schutzklassen sagen an sich nicht viel aus. Mit welchem kann man tatsächlich in einen feuchten, vielleicht sogar nassen Außenbereich, etwa auf eine Baustelle?
  • Befindet sich ein PC ausschließlich im Innenbereich, sollte ein Industrie-PC nach IP-Schutzklasse 20 vollkommen ausreichen.
  • Ist er zusätzlich im Bereich des Bades oder bei der Installation von Wasserrohren sowie deren Vermessung angedacht, so kann die IP 21 oder IP 23 sinnvoll sein.
  • Ein Industrie-PC, der hingegen im Freien verwendet werden, sollte eventuell auch noch ein Fremdkörperschutz hinzukommen. Damit wird mindestens die IP 43 notwendig.
Man kann bereits an diesen Beispielen sehen, dass es gar nicht so einfach ist, den passenden Industrie-PC zu finden.

Das leidliche Zubehör

Hat man sich bereits bei der Suche nach dem Industrie-PC viele Gedanken machen müssen, muss dies auch für das Zubehör geschehen. Tastatur, Mouse oder Mouse-Pad, Touch-Screen oder nicht – die Auswahl ist schon für einen normalen PC nicht einfach. Bei Industrie-PC wird es da leider auch nicht einfacher. Natürlich muss auch das Zubehör entsprechend den Anforderungen der Umgebung geschützt sein. Und schon geht das Elend mit der Auswahl der passenden Schutzklasse wieder los.

Langzeitbetrieb bitte sehr

Gerade in Industriebetrieben wird oftmals im Schichtdienst gearbeitet. Somit muss der Industrie-PC nicht nur während der Schicht eines Mitarbeiters optimal funktionieren. Oftmals laufen gerade in der Fertigungsindustrie die Geräte vierundzwanzig Stunden, teils sieben Tage die Woche. In regelmäßigen Abständen werden diese Geräte heruntergefahren und gewartet, bevor es wieder vollständig losgeht. Damit wird eine Leistungsfähigkeit verlangt, die von einem regulären PC, der nur für die Datenverarbeitung genutzt wird, kaum verlangt werden würde. Neben der Leistungsfähigkeit ist es ebenso notwendig, die Wärmeentwicklung zu reduzieren bzw. ihr entgegenzuwirken. Für dieses Problem gibt es heute zum Glück bereits diverse Regulationsoptionen. Diese werden selbstverständlich individuell für jeden Betrieb und dessen Anforderungen zusammengestellt.

Ohne Kompatibilität geht gar nichts

In den meisten Betrieben ist es notwendig, dass die neuen Industrie-PC’s mit den bereits vorhandenen PC’s und deren Software zusammengeschlossen werden. Dies ist nur dann möglich, wenn die entsprechende Kompatibilität vorhanden ist. Für diese haben die Computer-Experten des Unternehmens bzw. das damit beauftragte Unternehmen zu sorgen. Bei Bedarf muss die Software entsprechend angepasst werden. In diesem Punkt sollte man sich keine Sorgen machen, da dies für gewöhnlich das kleinste Problem darstellt.

An welche Kleinigkeiten gilt es zu denken?

Es sind nicht nur die Notwendigkeiten, die die eigentliche Maschine mit sich bringt. Es sind viele kleine Dinge, die zusammenpassen müssen. Somit ist es die Aufgabe derer, die die Maschine im Folgenden bedienen und warten müssen, und den EDV-Experten, die mit dieser Aufgabe betraut sind, zusammenzuarbeiten, damit alles für einen Zusammenschluss der Systeme vorhanden ist.
  • Schnittstellen
  • Betriebssysteme
  • Prozessor
  • IP-Zertifikation
  • Lüfter
  • Das endgültige Einsatzgebiet
Man kann sehen, dass die Planungsphase extrem langwierig sein kann. Je nach Anforderung kann diese Phase durchaus einige Monate dauern, bis alle einzelnen Programmelelemente miteinander verflochten wurden. Selbstverständlich müssen auch ausreichend Probedurchläufe gefahren werden, bevor die Maschine entgültig in Betrieb genommen werden kann.

Achtung – Finanzierungsalarm

Je nach Unternehmensgröße und finanziellem Status muss ein Aufrüsten der Industrie-PC’s finanziert werden. Dies kann natürlich erst im Laufe der Planungsphase geschehen, damit überhaupt eine Bedarfsliste vorhanden ist. Wohl dem, der bereits eine gute Hausbank an seiner Seite weiß. Mitunter kann dies der schwierigste Part der gesamten Operation sein.

Wann wird tatsächlich ein Industrie-PC benötigt?

Natürlich sind Industrie-PC’s nicht in jedem Fertigungsbetrieb notwendig. Kommt es jedoch zu vermehrtem Ausfall aufgrund von Fremdkörpern oder Feuchtigkeit, so sollte tatsächlich über die Anschaffung eines Industrie-PC’s nachgedacht werden. Es lohnt sich in jedem Fall, eine entsprechende Berechnung zu machen, ob sich die Anschaffung tatsächlich lohnt und wenn dem so ist, wie viele dieser PC’s tatsächlich gebraucht werden. Sicherlich sind diese Berechnungen individuell und sicherlich müssen sich die Finanzexperten mit vielen Unterlagen auseinandersetzen. Doch ist dies letztlich den ganzen Einsatz wert, wenn man auf eine Ausrüstung zurückgreifen kann, die optimiert wurde.